• 1935
    1935
    Am 22. April 1935, ein Ostermontag, trafen sich im Nebenzimmer des Gasthauses Hirsch in Schnaitheim 12 begeisterte Akkordeonspieler und beschlossen, unter der musikalischen Leitung von Klara Deuschle einen organisierten Spielbetrieb aufzunehmen. Die Gründung erfolgte nach einigem Hin und Her, da sich einige Spieler nicht entscheiden konnten, ob sie nicht lieber bei der Gegengruppe mit Wilhelm Henne im Gasthaus „Rose“ bleiben sollten. In der Gründungssitzung wurde Robert Fad als erster Vorstand gewählt.
  • 1936
    Bereits am 31. Mai 1936 konnte der Spielring beim Tag der Harmonika; in Würzburg und beim Rundfunkentscheid mit dem unter der Leitung von Klara Deuschle stehenden Sextett erfolgreich mitwirken.

    Im Mai 1936 übernahm Ernst Kopp, nach Ablegung der Harmonikalehrer-Prüfung, die Orchesterleitung.

    Er arrangierte zunächst in Giengen a. d. Brenz ein Treffen verschiedener Spielgruppen aus der näheren Umgebung. Das erste öffentliche Auftreten des jungen Vereins in Schnaitheim erfolgte im Oktober 1936 im Gasthaus „Schwanen“. Der Eintritt betrug damals 40 Pfennige.

  • 1937
    1937
    Ungefähr ein Jahr später wurde das erste große Harmonikatreffen, an dem insgesamt neun Brenztalvereine teilnahmen, in Schnaitheim durchgeführt.
  • 1939

    Ein weiteres großes Ereignis war der Gauvolksmusiktag in Heidenheim vom 15. – 17. Juli 1939. Nach dem Festzug und der Kundgebung auf dem Eugen-Jaekle-Platz fand ein Gesamtchor unter der Leitung von Hermann Schittenhelm auf dem VfL-Platz statt.

    Dieses Hoch in der Geschichte des Handharmonika-Spielrings wurde durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs im August 1939 jäh unterbrochen. Der Spielbetrieb musste stark eingeschränkt werden. Viele Spieler wurden einberufen. Zwei sehr hoffnungsvolle Spieler, Karl Höfer und Walter Kuhn, fielen, beide im Alter von 21 Jahren, bei den Kämpfen in Russland.

    Diejenigen, die in Schnaitheim bleiben durften, gaben bis 1944 ca. 50 Konzerte in Lazaretten und Krankenhäusern sowie für politische Organisationen, z. B. für das Winterhilfswerk. An die Stelle des einberufenen 1. Vorstands Robert Fad trat 1939 der bisherige Kassierer Wilhelm Bäuerle.

  • 1945
    Da am 22.04.1945 der Krieg bis nach Schnaitheim vorgedrungen war, war es unmöglich, das zehnjährige Bestehen des Vereins zu feiern.

    Auch an eine Orchestertätigkeit war in dieser Zeit nicht zu denken. Erst nachdem am 9. Januar 1946 einem Antrag auf Vereinstätigkeit durch die Militärregierung in Heidenheim stattgegeben wurde, konnte die Arbeit im Verein wieder aufgenommen werden. Gustav A. Baß wurde als erster Vorstand, Ernst Kopp als musikalischer Leiter und Peter Keinbaum als Kassierer durch das „Office of Military Government“ in ihren Ämtern bestätigt.

  • 1946
    Noch im Jahre 1946 bestritt der Spielring insgesamt 40 Probenabende und 7 öffentliche Auftritte. Dies ist ein Zeichen der enormen musikalischen Kräfte der damals 42 Mitglieder. Als Probenlokal diente der Zeichensaal der Eckschule. Der damalige Mietpreis betrug 1 DM pro Abend. Aus Saalmangel in Schnaitheim wurde der Konzertbetrieb in den nachfolgenden Jahren sehr schwierig. Die TSG Schnaitheim stellte ihre vereinseigene Turnhalle im Hagen für einige Konzerte zur Verfügung. Zu dieser Zeit war das Orchester mit 16 diatonischen und 3 chromatischen Instrumenten besetzt.
  • 1950
    Am 23. April 1950 fand in Ulm das erste Bezirkstreffen des Deutschen Harmonika-Verbands, Bezirk Schwaben, an dem sich auch der Handharmonika-Spielring mit Erfolg beteiligte, statt.

    Eine wahre Demonstration der Harmonika-Musik in Schnaitheim wurde das Gartenfest im Linden-Garten; an der Kleinkuchener Straße am 30. Juni 1950. Unterstützt durch das I. Handharmonika-Orchester 1932 e. V. aus Heidenheim trafen sich etwa 50 Akkordeonisten zum Festzug durch Schnaitheim und zum anschließenden Musizieren am Festplatz.

    Es folgten umfangreiche Beteiligungen bei Bezirkstreffen, Wertungsspielen und regionalen Festen. Besonders erwähnenswert sind dabei die Internationalen Akkordeontreffen in Radolfzell am Bodensee, die alljährlich besucht wurden. Ernst Kraft, Heinz Kaiser, Erich Kolb und Georg Baß waren damals die herausragenden Spieler, die auch an Solistenwettbewerben teilnahmen.

  • 1954
    1954 ist das Jahr der Eintragung des Vereins in das Vereinsregister. Zwei Jahre später feierte die Stadt Heidenheim das 600jährige Jubiläum. Beim großen Festzug wirkte der Spielring mit zahlreichen Spielern mit. Bei großer Hitze marschierten unsere Spieler gemeinsam mit den Spielern des I. Handharmonika-Orchesters Heidenheim durch die geschmückten Straßen der Stadt.
  • 1956
    Im Rahmen des Konzerts am 21. April 1956 wurde Handharmonika-Lehrer Ernst Kopp anlässlich seines 20-jährigen Dirigenten-Jubiläums geehrt.

    Beim Konzert am 1. Dezember desselben Jahres wurde der 1. Vorstand Gustav A. Baß für besondere Verdienste um die Harmonika-Bewegung in Schnaitheim mit der „Goldenen Ehrennadel“ des Deutschen Harmonika-Verbands ausgezeichnet.

  • 1958
    Am 21. Januar 1958 wurde die neue Turn- und Festhalle offiziell ihrer Bestimmung übergeben. 3 Monate später legte der bisherige Dirigent sein Amt nieder. Nachfolger wurde Georg Baß, ein Schüler des bekannten Musikpädagogen Paul Kühmstedt. Unter der Leitung des neuen Dirigenten fand 1959 zum ersten Mal ein Gemeinschaftskonzert mit dem Sängerbund Schnaitheim statt. Dieses und die anderen Konzerte sowie die Waldfeste am „Sturz“ waren zentrale Ereignisse in Schnaitheim.
  • 1960
    Am 22. November 1960 feierte der Spielring sein 25-jähriges Bestehen mit einem erfolgreichen Konzert. Zum ersten Mal wirkt dabei auch die 2. Akkordeon Weltmeisterin Helga Hirschfelder mit, die ab diesem Zeitpunkt die Jugend-Akkordeon-Schule in Schnaitheim leitete.

    Ein Jahr später wurde der erste und allerdings bis heute auch letzte Akkordeonball im „Lamm“-Saal veranstaltet. Dazu verpflichtete man eine Tanzkapelle sowie als Einlage Joachim Miller, den 4. deutschen Chromonikameister 1958.

  • Bezirkstreffen des Bezirks Schwaben
    1962
    Beim Bezirkstreffen des Bezirks Schwaben 1962 in Schnaitheim nahmen 300 aktive Spieler in 20 Orchestern teil. Am Jubiläumskonzert zur Feier des 30-jährigen Vereinsbestehens wurde sogar das weltbekannte Hohner-Orchester Trossingen in die Turn- und Festhalle nach Schnaitheim verpflichtet. Im selben Jahr, also 1965, konnte im Oktober der Spielring sein eigenes Probenlokal, die „Harmonikastube“ im „Lamm“ einweihen.
  • Neuer 1. Vorsitzender
    1967
    1967 wurde Arnold Schellmann neuer 1. Vorsitzender, nachdem Gustav A. Baß abgedankt hatte.
  • 1968
    Im April des darauffolgenden Jahres übernahm Rolf Speyker, der sich schon früher dem Verein als Solist vorgestellt hatte, das Amt des musikalischen Leiters.

    Die nun folgenden 10 Jahre waren einerseits von einem musikalischen Aufschwung, andererseits jedoch von vielen Wechseln in der Vorstandschaft und in der Leitung der Orchester geprägt. Der musikalische Aufschwung wurde vor allem bei vielen Wertungsspielen, z. B. in Karlsruhe, Offenburg und Freiburg bestätigt. Auch die Konzerttätigkeit in Schnaitheim befand sich auf einem Höhepunkt.

    Im personellen Bereich gab es in diesen Jahren folgende Veränderungen:

    1. Vorstand:

    bis 1971 Arnold Schellmann, 1971-1974 Hans Sommer, 1974-1976 Rolf Speyker, ab 1976 Karl Schwenninger

    Dirigenten des Hauptorchesters:

    Rolf Speyker bis 1978, Silvia Richter bis 1979, ab 1979 Jörg Wernz

    Dirigenten des Schüler-Orchesters:

    Wolfgang Sörös bis 1970, Norbert Brand bis 1972, Jürgen Kassel bis 1973, Hans Sommer bis 1975 ab 1997 Karin Theilacker

  • 1983
    Dazu kommen auch noch räumliche Veränderungen: 1983 wurde vom Lammwirt das Mietverhältnis für die „Harmonika-Stube“ gekündigt. Nach langem Suchen fand man einen Raum in der ehemaligen Zigarrenfabrik Schäfer, der in wochenlanger Kleinarbeit zu einem wirklichen Kommunikationszentrum hergerichtet wurde. Gleichzeitig wurden die Räume auch der Musikschule „Silvia Richter“ zur Verfügung gestellt.

    Somit wurde der Spielring wieder zu einer an Musikalität und Geselligkeit interessanten Gemeinschaft. Viele Veranstaltungen, wie z. B. Konzerte, Gastauftritte, Teilnahme an traditionell gemeinsamen Dorffesten der Schnaitheimer Vereine, „Hocket´sen“ in der Georg-Elser-Anlage, als auch Ausflüge prägen das Bild des Harmonika-Spielrings.

  • 1985
    Am 27. April 1985 wurde der Handharmonika-Spielring ein halbes Jahrhundert alt. Zum 50sten in der Turn- und Festhalle gelang es dem Spielring, die 1. Preisträger des Harmonika-Weltfestivals 1968, das Mundharmonika-Trio Conzelmann, zu einem Auftritt zu gewinnen. Ein weiterer Höhepunkt dieses Abends war der Auftritt von Gisela Richter, die durch gemeinsames Musizieren mit der Burgenland-Kapelle Bekanntheit erlangte. Zusammen mit dem Konzert des Handharmonika-Spielrings wurde dieser Abend zu einem fantastischen Erlebnis.
  • 1990
    Vier Jahre später hieß es Abschied nehmen vom Probenraum in der ehemaligen Zigarrenfabrik Schäfer. Der Spielring suchte sich eine neue Bleibe und zog in den neuen Übungsraum „Am Jagdschlössle 41“, bevor er nur 3 Jahre später ins Jagdschlössle umsiedelte.
  • 1997
    In der Hauptversammlung des Jahres 1997 wurde Karin Theilacker zur neuen Vorständin gewählt. Karl Schwenninger hatte nach 21-jähriger Vorstandschaft sein Amt zusammen mit dem 2. Vorstand Werner Wernz zur Verfügung gestellt. Das Ziel, welches sich die beiden 1985 gesteckt haben, „vor allem musikalischen Spielernachwuchs zu finden“, haben sie erreicht.
  • 1998
    Die neue Vereinssatzung wird von der Hauptversammlung genehmigt und tritt in kraft. Petra G.-M. übernimmt von Michaela R. die Leitung der Jugendgruppe.

    Die jährliche Hocketse findet erstmals rund ums Jagdschlössle statt.

  • 1999 - 2001
    Teilnahme am Festzug anlässlich des 125-jährigen Bestehens des TSG Schnaitheim

    Gemeinsames Jubiläumswochenende des Schützenvereins und des Musikvereins Schnaitheim Auftritt beim Festakt in der Turn- und Festhalle.

  • 2003
    Die Melodikagruppe ü30 wird unter der Leitung von Christa Wernz gegründet.
  • 2004 - 2005
    Schriftführer Stefan M. und die Leiterin der Jugendgruppe Petra G.-M. legen mit sofiortiger Wirkung ihre Ämter nieder. Karin Theilacker übernimmt zunächst die Leitung der Jugendgruppe. Andrea Baßler übernimmt die Tätigkeit als Schriftführerin, wozu sie im Januar 2005 offiziell in der Hauptversammlung gewählt wurde.

    Christa Wernz übernimmt die Leitung der Melodika-Kindergruppe

  • 2005 - 2010

    Linda Keck übernimmt die Leitung der Akkordeon-Nachwuchsgruppe

    Auftritt bei der Landesgartenschau in Heidenheim

    Beteiligung am Schäferlauf Umzug mit einem Festwagen.

    2008 gibt Linda Keck die Leitung der Akkordeon-Nachwuchsgruppe wieder ab. Die drei Spieler werden von Karin Theilacker in die Jugendgruppe übernommen. Diese Jugengruppe wird 2010 von Sarah Trinschek übernommen, welche von der Jugengruppe ins Hauptorchester wechselte.

    Der Verein kleidet sich neu ein. Die alten blauen Blusen werden durch rote ersetzt.

    Die Melodikagruppe Ü30 löst sich auf.

    Am Samstag den 24. April 2010 fand in der Turn- und Festhalle Schnaitheim die Jubiläumsveranstaltung zum
    75jährigen Bestehens des Handharmonika-Spielring Schnaitheim 1935 e. V. statt. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. Es traten neben dem Handharmonika-Spielring auch die Geschwister Popp und der Zauberer Zabuki auf. Der Handharmonika-Spielring durfte zahlreiche Ehrengäste und Gäste befreundeter Vereine begrüßen.

  • 2010 - 2013

    Am 24.10.2011 stirbt völlig unerwartet unser Dirigent Jörg Wernz. Er war 30 Jahre lang der musikalische Leiter und Dirigent unseres Vereins. Sein Tod riß ein großes Loch in das Vereinsleben. Der Verein musste sich neu Organisieren. Die musikalische Leitung wurde aufgeteilt zwischen Karin Theilacker (Hauptorchester) und Silvia Richter (Ensemble). Auch Christa Wernz die Frau von Jörg Wernz ließ zunächst ihr Amt (Jugendleitung) ruhen und gab es schlißlich auf. Diese Position wurde von Sarah Trinschek übernommen.

    Der Verein schaffte sich eine neue Musikanlage bestehend aus Mischpult und Endstufe sowie diverses Material an. Die Technik übernahm Roland Keller.

    Am 01.06.2012 verstarb das Ehrenmitglied Erwin Damerau